Coxsackieviren A / B

Synonyme: Coxsackievirus-Infektion; Coxsackievirus-Krankheit; Hand-Fuß-Mund-Exanthem; ICD-10 B34.1:

Infektion durch Enteroviren nicht näher bezeichneter Lokalisation) sind RNA-Viren und zählen zur Gattung der Enteroviren, zur Familie der Picornaviren. Man kann die Serotypen A und B unterscheiden, die sich wiederum in mehrere Untergruppen einteilen lassen.

Coxsackie-Viren gelten als Erreger vieler verschiedener Erkrankungen.

Der Mensch stellt zurzeit das einzige relevante Erregerreservoir dar.

 

Zu den Picornaviren zählen gleichzeitig auch die Polioviren (Erreger der Poliomyelitis/Kinderlähmung) sowie das Hepatitis A-Virus.

 

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) wird vorwiegend durch Enteroviren der Gruppe A (EV-A) verursacht. Hierzu gehören Coxsackie A-Viren (A2 - A8, A10, A12, A14, A16), Enterovirus A71 (EV-A71) und neuere Serotypen.

 

Coxsackie A16-Viren sind die häufigste Ursache der HFMK. Jedoch werden insbesondere auch Coxsackievirus A6 und Coxsackievirus A10 häufig mit der Krankheit in Verbindung gebracht Während eines Ausbruchs können verschiedene Virusstämme kozirkulieren.

 

Herzmuskelentzündungen
können viele Ursachen haben: Gifte wie Alkohol oder Schwermetalle, Infektionen mit einer ganzen Reihe von Krankheitserregern oder Autoimmunreaktionen, bei denen sich das Immunsystem gegen die Herzmuskelzellen wendet.

Die weitaus häufigsten Auslöser für Herzmuskelentzündungen sind jedoch Viren - in Europa und den USA meist das Coxsackie-Virus. Forschende am TWINCORE haben sich auf die Spuren des Coxsackie-Virus begeben und kürzlich eine erstaunliche Entdeckung im Journal PLoS Pathogens veröffentlicht: Eine entscheidende Abwehrreaktion während der Coxsackie-Virus Infektion vermitteln Hepatozyten – die Zellen, aus denen unsere Leber aufgebaut ist. Das ist ein wichtiger Baustein, um durch Coxsackie-Viren ausgelöste  Herzmuskelentzündungen besser zu verstehen.Quelle und weiterlesen:
https://www.twincore.de/de/infothek/infothek-news-details/news/wehrt-die-leber-durch-coxsackie-viren-verursachte-herzmuskelentzuendungen-ab/

 

Bei etwa ein bis fünf Prozent aller grippalen Infekte kommt es zu einer solchen Entzündung des Herzmuskels, der sogenannten Myokarditis.Sie wird in der Regel durch Viren ausgelöst, die denHerzmuskel befallen; in 80 Prozent der Fälle sind diesCoxsackie-Viren, die auch Erkältungen verursachen.
https://www.bnk.de/files/bnk_files/presse/pressemitteilungen/04112014_PM_BNK_Myokarditis.pdf

 

Das Coxsackie-Virus B wird auch  in Verbindung gebracht mit der Pathogenese des Diabetes mellitus Typ 1.
Vermuteter Mechanismus dabei ist molekulare Mimikry zwischen der Glutamatdekarboxylase und dem Virusprotein P2-C - und Glutamatdekarboxylase
Enzym, das für die Dekarboxylierung von Glutamat bzw. Glutaminsäure zu Gamma(γ)-Aminobuttersäure (GABA) zuständig ist.
Das erklärt vermutlich, warum manche Menschen kein reduziertes Gluthation vertragen habe und dadurch evtl. der Blutzuckerwert hochgeht!
Wenn diese Verbindung stimmen sollte, wäre zu beachten, dass viele chron. Borreliosekranke diese Viren als Co. Infektion haben! Und damit viele Probleme mit der Insulinresistenz, die auch der Borreliose zugeordnet wird, gar nicht wie vieles anderes auch von den Borrelien kommt, sondern von den Cocksackie-Viren.

 

Vorkommen: Die Infektionen treten weltweit auf und haben eine hohe Durchseuchung.

 

Ansteckungskraft bzw. Übertragungsfähigkeit des Erregers ist hoch.

Die Erreger sind relativ unempfindlich gegen Desinfektionsmittel.

Die Erkrankung tritt gehäuft in den Sommermonaten auf.

 

Infektionswege:

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt fäkal-oral (Infektionen, bei dem mit dem Stuhl (fäkal) ausgeschiedene Erreger über den Mund (oral) aufgenommen werden, z. B. durch kontaminiertes Trinkwasser und/oder kontaminierte Lebensmittel). Auch ist eine Übertragung durch Sekrete des Respirationstraktes (Atmungsapparat) oder eine Schmierinfektion (z. B. bei Konjunktivitis/Bindehautentzündung) möglich.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Ja.

 

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt durchschnittlich 1-2 Wochen, kann aber auch 2-35 Tage betragen.

 

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend bei Kindern auf.

Die Dauer der Infektiosität beginnt schon 2-3 Tage vor Ausbruch der Erkrankung und besteht während der Dauer der Symptomatik. Im Stuhl kann das Virus bis zu mehreren Wochen nachgewiesen werden.

Die Erkrankung hinterlässt eine typenspezifische Immunität.

 

Verlauf und Prognose: Die Therapie erfolgt symptomatisch. Der Verlauf ist meist mild. Komplikationen werden bei Infektionen mit dem Coxsackie-B-Virus beobachtet. Diese können u. a. eine Meningitis (Hirnhautentzündung), Meningoenzephalitis (Hirnhaut-Gehirn-Entzündung), Myokarditis (Herzmuskelentzündung) oder Perikarditis (Herzbeutelentzündung) sein.

Quelle: http://www.gesundheits-lexikon.com/Infektionskrankheiten/Coxsackie-A-B/

 

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